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BildEs gibt sie auch heute noch: Neu-oder Wiederentdeckungen in der Musikwelt. Da schlummert in der Hofbibliothek Thurn-und Taxis in Regensburg über 240 Jahre lang die Partitur einer Symphonie von Johann Christoph Vogel. Der wurde in Nürnberg geboren, wie Mozart 1756, trat mit 17 Jahren in die Hofkapelle Thurn und Taxis als Instrumentalist ein und ging mit 20 Jahren nach Paris, wo er Opern, Symphonien, Konzerte komponierte. Ebenfalls sehr jung gestorben, (mit 32 Jahren) wird er deshalb auch als der „Nürnberger Mozart“ bezeichnet. Diese bislang unbekannte Symphonie wurde von Wolfgang Jacob vom Verlag „Edition Stringendo“ gefunden und dem MRG zur „Uraufführung“ überlassen. Jacob war auch selbst zu „seiner Uraufführung“ ins Konzert gekommen. Im 3. Weihnachtskonzert des MRG war dies somit im völlig überfüllten Kongregationssaal Höhe-und Schlusspunkt. Doch nachdem Direktor Wolters die Besucher und viele Ehrengäste begrüßt hatte, begannen nach den Fanfarenklängen der Bläser die Beiträge der MRG-Schüler. Das Orchester mit über 20 jungen Musikern spielten aus Mozarts Violinkonzert Nr.3 den 1. Satz. Mit Magdalena Urban war hier eine Solistin dabei, die dieses Konzert mit ihrem geschmeidigen Spiel, ihrer Sensibilität, ihrer verblüffenden Virtuosität und einer Klasse-gespielten umfangreichen Kadenz bravourös gestaltete. Das Orchester war mit beweglichen Streichern und sicheren Bläsern unter Frau Feldmeier-Zeidlers klarem Dirigat ein inspirierender Partner. Lyrische Klänge zauberte das Querflötenensemble in den Saal. Drei Sätze aus Griegs „Holberg“-Suite erklangen bemerkenswert homogen, mit klarer Intonation und sauberem Zusammenspiel. Als Solisten an der Gitarre präsentierte Eric Engel aus „Bardenklänge“ von J-K. Mertz in strukturierter Gestaltung ein sehr melodiöses Stück mit sicherer Griff-Technik, und Robin Engel brachte in einer Fantasie über Verdi-Themen von Tarrega seine brillante Spieltechnik mit schwierigen Doppelgriffen und rasenden Läufen wirkungsvoll zur Geltung. Mit „Originalkompositionen“ von Piazolla und Singelée stellte sich das „Sax-Reger Quartett“ vor. Das sind interessante, auch melodiegeprägte Stücke, die sowohl rhythmisch wie auch spieltechnisch große Anforderungen stellen. Die 4 Instrumentalisten präsentierten das in verblüffender instrumentaler Homogenität und Reife. Mit Darbietungen verschiedenster Epochen war die MRG-Brass zu hören. Ein gut gespielter Choral von Bach, sehr dezent geblasene Volksweisen und ein beschwingtes Christmas Jazz-Medley brachten ganz besonders festliche Klänge in den Saal. Diffizil in der Kammermusik ist die Gattung Streichtrio. Diese Herausforderung bestanden Magdalena Urban, Konstanze Frauendorfer und Ronja Rosemann in eindrucksvoller Weise durch ihr partnerschaftliches, bewegliches, von sicherer Intonation geprägtes Spiel eines Terzetts von Fuchs. Das chorische Highlight absolut war der Auftritt des MRG-Chors unter Leitung von Michaela Treese. Ca. 75 Singende, davon (Gratulation und Respekt!) etwa 30 junge Männer sangen ein (endlich mal) bewegtes Ave Maria mit einem strahlenden „Halleluja“, die Motette „in den Armen dein“ von Melchior Frank erklang in differenzierter Gestaltung und stimmlicher Homogenität, „In dulci jubilo“ brachte mit leuchtenden Sopranen Weihnachten nahe und beim „Alleluja“ des 1951 geborenen Ralph Manuel zeigte der Chor in diesem modernen Stück seine ganze große Klasse. Vielschichtig in Dynamik und Rhythmus, die Soprane bis zum a´´ leuch-tend und klar, toll der Wechsel zwischen piano-Stellen und forte-Steigerungen bis hin zum (unerwarteten) Schluss im pp. Das war große Chorkunst. Und nun die „verschollene“ Symphonie. In drei Sätzen glaubte man, den Geist Glucks und Mozarts zu hören. Unter der fordernden Leitung von Maria Anna Feldmeier-Zeidler ließen die Musiker im Allegro mit Leidenschaft die Melodie-bögen ebenso aufleuchten, wie sie dramatische Klangakzente dagegenzustellen vermochten, im Andante gab Susanne Hiltl mit ihrer Flöte dem Klang zusätzlich Farbe. Ihr Part forderte sowohl bei den melodischen Linien wie auch bei perlenden Läufen eine ausgefeilte Spieltechnik ab, die die Solistin beeindruckend meisterte in Partnerschaft mit dem Orchester, das mit warmen und intensiven Streicherklängen die Melodien förmlich zelebrierte. Der bewegte Schlusssatz hielt mit großen Parallel-Klängen, auch Unisono-Stellen und einem interessanten Wechsel zwischen p-Einwürfen und üppigen Steigerungen so manche Überraschung bereit, die vom Orchester mit gleichbleibender Spannung bis hin zum leuchtenden D-Dur-Schlussakkord brillant ausgekostet wurden. Euphorischer Beifall, bewegende Dankesworte an Frau Feldmeier-Zeidler durch die Orchestersprecherinnen Magdalena Urban und Konstanze Frauendorfer für die jahrelange motivierende Förderung und Vorbildfunktion, nicht nur im musikalischen sondern auch im zwischenmenschlichen, sozialprägenden Bereich. Wieder einmal zeigte sich das MRG als unerschöpfliche Talentschmiede.

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