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Schüler vor dem Velodrom RegensburgWann kann man als Schüler schon einmal von sich behaupten: „Ich bin erst um Mitternacht aus der Schule heimgekommen!“...?                                                                                                               

Doch genau so war es am Dienstag, den 10.10.2017. An diesem Abend unternahm die Q11 einen Ausflug nach Regensburg, um dort um 19.30 Uhr im Velodrom eine Theateraufführung von Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“ zu besuchen. Um 17:30 Uhr versammelten sich alle vor der Schule und dann ging es gemeinsam mit einigen Schülern und zwei Lehrern des Gregor-Mendel-Gymnasiums sowie den begleitenden Deutschlehrkräften Frau Paul und Frau Lankes ab in die Busse und auf nach Regensburg. Vor Ort waren wir bei weitem nicht die einzigen Schüler/-innen, die Schlange standen, denn anscheinend hatten zahlreiche Deutschlehrer die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, ihren Schülern einen Theaterabend mit einem der bedeutendsten Werke der Weimarer Klassik zu ermöglichen.

Auch auf die Gefahr hin, ein solch anspruchsvolles klassisches Werk trotz der Vorinformationen aus dem Unterricht und eines vereinfachten Textes (Bearbeitung von Stephan Teuwissen) nicht gänzlich zu durchblicken, einen guten Blick auf die Bühne hatten Schüler/-innen und Lehrer/-innen von der Galerie aus auf jeden Fall. Nachdem geklärt war, wer wo und neben wem sitzt, begann die Reise ins Großbritannien des 16. Jahrhunderts, welche gegen 22.30 Uhr endete.

Das Ideendrama „Maria Stuart“ basiert auf der historischen Leidensgeschichte der schottischen Königin Maria Stuart (1542-1587) und wurde von Schiller nach dem klassischen „Aristotelischen Dramenaufbau“ in fünf Akte gegliedert. Es handelt von den letzten drei Tagen ihres Lebens im Schloss Fotheringhay in England, da sie die politische Gefangene der englischen Königin Elisabeth I. (1533-1603) ist. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die fehlgeschlagenen Versuche ihrer Anhänger, sie zu retten und die Beweggründe und Vorgehensweisen ihrer Gegner, die ihren schnellen Tod wünschen. Maria Stuart lebt bereits seit 18 Jahren in englischer Gefangenschaft. Sie ist aus Schottland geflohen, da man sie dort der Beihilfe zum Gattenmord beschuldigt hat. Maria erhofft sich von der mit ihr blutsverwandten englischen Königin Hilfe, kommt aber vom Regen in die Traufe. Elisabeth und ihre Anhänger sehen in ihr eine Gefahr für England. Kurz: Elisabeth bangt um ihren Thronanspruch. Intrigen, gewaltsame Befreiungsaktionen, Leidenschaft, moralische und egoistische Absichten der Figuren sorgen für die nötige Spannung, die sich dann schließlich in einem dramatisch verlaufenden Streitgespräch zwischen den beiden Königinnen im III. Akt, dem Höhepunkt des Dramas, entlädt. Dieser Konflikt endet zwar im V. Akt mit dem Tod Marias auf dem Schafott, aber dennoch geht sie als heldenhafte moralische Siegerin – in der Klassik die idealtypische „Schöne Seele“ – aus diesem Konflikt hervor. Elisabeth I. hingegen, die vermeintliche Siegerin in diesem Konflikt, steht am Ende als moralische Verliererin da, die von allen ihren Anhängern verlassen wird.

Dieses Stück auf der Bühne zu sehen, eine Kostprobe der Klassik und vor allem ihrer Werke auf diese Weise zu erhalten, ist mal etwas anderes, als immer nur die entsprechenden Lektüren im Deutschunterricht zu erarbeiten. Es fällt einem wegen der visuellen Eindrücke wesentlich leichter, der Handlung zu folgen. Die Regisseurin Mélanie Huber und ihre Bühnenbildnerin Nora Johanna Gromer verwendeten kein aufwendiges Bühnenbild. Ganz im Gegenteil. Sie benutzten verschiebbare Bühnenwände, welche die verschiedenen Schauplätze darstellen sollten und sogar immer wieder umfunktioniert als Instrument genutzt wurden. Ein durchdachtes Farbkonzept bei den Kostümen war durchaus erkennbar und ließ Raum für Interpretationen.

Eine Konzentrationsprobe war es dennoch, denn trotz vereinfachter Sprache bleibt Klassik eben Klassik und ist für so manches ungeübte Schülerohr schwer zu verstehen. Das versuchten die Schauspieler jedoch durch humorvolle Szenen – trotz des ernsten Stoffes – wettzumachen, was ihnen durchaus auch gelang.

Abschließend lässt sich resümieren, dass es definitiv ein erlebnisreicher Theaterabend gewesen ist und eine Veranstaltung, die Schüler und Deutschlehrer gerne wiederholen und weiterempfehlen würden.  

Kim C. Grun (Q11)

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