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Schüler des Max-Reger-Gymnasiums am Holocaust-Gedenktag in der Amberger Synagoge

Ein wichtiger Satz, mit dem Rabbiner Dray in der Amberger Synagoge, seine Überzeugung belegt, dass es wieder Normalität für Bürger jüdischen Glaubens in Deutschland gibt. Anlass dafür war ein Besuch der 9. Klassen des Max-Reger-Gymnasiums in der Synagoge. Dabei ist die Geschichte der deutschen Juden schrecklich und jedes Jahr gedenkt man in Deutschland am 27. Januar wieder dieser Opfer der Nazis. An einem Tag, der für viele neue Hoffnung verhieß, nämlich durch die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch russische Soldaten.

 

Der neue Amberger Rabbiner nahm seine jungen Gäste freundlich auf, stellte sein Haus vor und testete zu Beginn gleich das Wissen seiner Gäste über das Judentum. Manches wussten diese schon aus dem Unterricht, doch ein Rabbiner kann natürlich als Fachmann für koscheres Leben interessante Einblicke geben. Koscher zu essen ist Gottes Gebot für den gläubigen Juden. Viele Firmen haben ein Interesse daran, koschere Lebensmittel herzustellen – und hier hilft Rabbiner Dray. Genauso lebendig erzählte er die Geschichte seiner Herkunft.  Die Geschichte jüdischer Familien ist oft international verflochten, so auch bei ihm – mit einer Mutter aus einer polnisch-jüdischen Familie, die sich nach 1945 in Amberg niedergelassen hatte,  und einem marokkanischen Vater. Die jüdische Gemeinde in Amberg war die erste in Bayern  nach dem Krieg, wo wieder jüdisches Leben in Gang kam. Doch von den vor 1939 in Amberg lebenden Juden war keiner mehr dabei.  Das war für die Max-Reger-Schüler auch ein Anlass, nach dem Schicksal dieser ehemaligen Mitbürger zu forschen, und einige in der Synagoge vorzustellen und damit ihrer zu gedenken. Da war Irene Schäffler, eine Christin, die sich in einen Amberger Juden namens Katzenberger verliebte. Sie musste erleben, dass die Nazis ihre Liebe als „Rassenschande“ bezeichneten. Sie selbst saß zwei Jahre im Zuchthaus, Katzenberger bezahlte für seine Liebe 1942 mit der Hinrichtung. Da war Leopold Godlowski, Oberlehrer und Vorbeter, der hier in der Synagoge mit seiner Familie gewohnt hatte. Ein beliebter Amberger, 1938 schützte ihn ein befreundeter SA-Mann vor der Horde der plündernden und johlenden Nazis, die die Synagoge innen planmäßig zerstörten. Doch vor der Deportation 1942 schützte ihn niemand. Warum Godlowski mit seiner Familie so lange geblieben, nicht ausgewandert war? Er wollte seine Gemeinde nicht im Stich lassen. Nach der Vorstellung dieser jüdischen Schicksale gedachten die Schüler der Opfer des Holocaust mit einer Schweigeminute.

Heute gibt es neues jüdisches Leben in Amberg, einen kräftigen Schub bekam die Gemeinde durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Über 200 Mitglieder sind es geworden, viele haben sich erst in Deutschland wieder mit dem Glauben beschäftigen können. Nun haben sie einen Rabbiner mit Amberger Wurzeln. Dass ein Besuch von Schulklassen in der Synagoge möglich ist, zeigt ihm und den Gästen, was heute zur Normalität gehört – nämlich gegenseitiger Respekt und Toleranz. Mit derselben Selbstverständlichkeit arbeiten Lehrer der Fächer Katholische und Evangelische Religion, Ethik und Geschichte zusammen, um am Holocaust-Tag die Erinnerung an die jüdischen Opfer und ihr Leben nicht vergehen zu lassen. Religionslehrer Albert Kiener, der die Begegnung mit Herrn Dray vorbereitet hatte, bedankte sich abschließend für die Einladung in die Synagoge und zwei interessante Lehrstunden in Religionskunde, Geschichte und – Toleranz. 

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